© 2008-2026 Antik Greef

Biedermeier Wäscheschrank nußbaum

Artikel Nr.: 1096 (zur Vergrößerung bitte auf die Bilder klicken)
Biedermeier Wäscheschrank nußbaum
Zustand: restauriert
Holzart/Material: Nußbaum
Oberfläche: poliert
Baujahr: um 1820
Maße: Höhe: 186 cm
Breite: 118 cm
Tiefe: 51 cm
Preis: 4500 Euro

Beschreibung:

Diesen Biedermeierschrank habe ich für 500,-€ gekauft. Es sah so aus, als könnte man ihn sofort mit Gewinn weiterverkaufen. Aber das war ein Trugschluß. Wie so oft, hatte er eine Restaurierung bereits hinter sich. Und die ließ dann bei genauerem Hinsehen doch einiges zu wünschen übrig. Stümperhafte Arbeiten, besonders an den Füßen, Pu-Verleimungen, total verdreckter Innenraum, Furnierausbrüche, unkorreketer Sitz der Türen. Da war eine Komplettrestaurierung fällig mit alleine 28 Einsetzarbeiten und der kompletten neuen Schellackpolitur. Fragen Sie bitte bei Schellackpolituren immer, ob die Porenfüllung mit Bimsmehl oder einem syntheitschen Schnellschliffgrund hergestellt wurde. Im zweiten Fall geht die Schellackpolitur wesentlich schneller, wird damit günstiger, wird aber auch in einigen Jahren hohe Folgenkosten verursachen.Insgesamt über 65 Stunden Arbeitszeit.
Jetzt wieder ein schöner Wäscheschrank mit 3 Einlegeböden. Dickes 1,5mm nußbaum Sägefurnier, die Türen innen mit Gratnuten und Gegenfurnier in Esche. Alles Handarbeit. keine Maschinenarbeit. An allen Nuten und Fälzen erkennt man deutlich den Handhobel. Das Schloß ist zwar nicht original, stammt aber aus der Zeit mit geschmiedeten Innenteilen. Auch der Bronze-Beschlag dürfte nicht original sein, war aber dran.

Eine hochwertige Restauration eines Biedermeiermöbels zeichnet sich immer aus durch den Erhalt oder die Neuanfertigung von eingelassenen Schlüsselschildern. Später aufgeschraubte Messingschlüsselschilder zeugen von keinem hohen Anspruch. Einen positiven Aspekt haben diese nachträglich aufgebrachten Beschläge: Der Preis des Objektes ist wesentlich günstiger.>br> Bei einem hohen Preis sollte alles stimmen:
Die Schellackpolitur ist nur mit Schellack und Bimsmehl hergestellt, keine synthetische Grundierung ( fragen Sie nach. Mit einer synthteischennGrundierung ist das Objekt 2000,-€ günstiger). Wurde ein Lack aufgetragen könnte ich über den Wert so eines Möbels keine Aussage mehr machen. In meinen Augen weniger Wert als unrestauriert.
Es werden nur Nägel und Schlitzschrauben benutzt, die zur damaligen Zeit auch gebräunlich waren (keine verzinkten Nägel oder Schrauben. Wenn Sie Spax- oder Torxschrauben sehen, kann man von einer dilettantischen Restaurierung sprechen, die dann mit Sicherheit weitere Schwächen hat).
Das schlimmste, was man einem Biedermeiermöbel antun kann, sind Verleimungen mit Weissleim. Das ist schlimmer wie unrestauriert. Die Folgeschäden und die Unvereinbarkeit mit allen anderen zur Biedermeierzeit gebräuchlichen Materialien bringen ein Objekt hervor, das oft irreversibel geschädigt ist.
An gut restaurierten Möbeln sind keine Schleifspuren von Schwingschleifern zu sehen, also runde kleine Kreise. Es sollte eigentlich nur per Hand geschliffen werden. Ein Kompromiss wäre für den ersten Schliff mit Körnung 120 höchstens noch ein Linearschleifer.
Es sollte auch selbstverständlich sein, das ein Biedermeiermöbel thermisch gegen Holzwurmbefall behandelt wurde, nicht mit irgend welchen Giften.
Wurden Schlösser, Schlüssel und andere Beschläge ersetzt, müssen diese auch stilistisch passen. Neuteile können den Wert eines Objektes stark herabsetzen.
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, das Wert auf passendes Ersatzholz gelegt wird. Auch als Restaurator hat man nicht jedes Holz in der richtigen Qualität oder Eigenart vorrätig und es bedarf oft eines großen Zeitaufwandes, dies zu besorgen.
Schlösser müssen gängig sein, Schubladen müssen gleiten. Dazu ist fast immer die Konstruktion innen mit neuen Laufleisten zu belegen und auch Anleitungen an den Schubladenseiten. Schauen Sie nach, ob das gemacht wurde.
Es sollte selbstverständlich sein, das gesagt wird, was ersetzt wurde.
Auch Laien können hochwertige Restaurierungen durchführen. Das ist ja auch den Sinn meiner Weitergabe von Informationen und Materialien.
Als Tischlermeister und geprüfter Restaurator im Tischlerhandwerk mit Gewerbeanmeldung muss ich mir aber auch einen bestimmten Stundensatz zugestehen.

Detailphotos: